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Malteser Rettungsdienst

"Ich bin mit Leib und Seele Malteser, weil der Laden einfach stimmt."

(Fast) ganz oben: Oliver Peters ist Chef des Rettungsdienstes der Malteser im Oldenburger Münsterland und gleichzeitig Leiter Rettungsdienst des Landkreises Vechta. Kommissarisch leitet er derzeit außerdem den gesamten Rettungsdienst der Malteser in der Region Nord-Ost. Einsätze fährt er immer noch, wann immer es geht.

Auf dem Schreibtisch von Oliver Peters in seinem Büro im niedersächsischen Vechta steht ein Schuhkarton – bemalt als Rettungswagen. Ein kleiner Junge hat ihn gebastelt. Er war nach einem Sturz mit einer schweren Hirnblutung vom Malteser Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden. Schon auf der Fahrt hatten die Malteser alles in der Klinik in die Wege geleitet. Der OP war aufnahmebereit, die Ärzte empfingen den kleinen Patienten schon im Flur. Alles ist gutgegangen, nichts zurückgeblieben. „Später hat der Junge mit seiner Kindergartengruppe die Rettungswache besucht und als Dank an die Kollegen den RTW mitgebracht“, erzählt Peters. „Er hat da auch eine Trage reingebastelt, das Ding ist richtig toll.“ Man sieht ihm die Freude heute noch an, wenn er das erzählt.

Oliver Peters ist einer von jetzt auf sofort: was geplant wird, muss auch gleich umgesetzt werden. Aber er hat auch den langen Atem für größere Projekte. So sind die als Buch erschienenen und weit über den Malteser Rettungsdienst hinaus verwendeten „Algorithmen im Rettungsdienst“ insbesondere sein Werk. Diese Standards sollen die optimale Notfallversorgung der Patienten auf dem fachlich neuesten Stand sicherstellen. „Die Malteser haben die Algorithmen hierzulande salonfähig gemacht. Wir bilden sie an unseren Rettungsdienstschulen aus und setzen sie flächendeckend ein“, so Peters.

Sein ganzes Berufsleben hat Oliver Peters bei den Maltesern verbracht: Mit 15 hat er ehrenamtlich im Mahlzeitendienst angefangen, kam über den Zivildienst zum Rettungsdienst, und ist heute allein im Landkreis Vechta direkt verantwortlich für 100 Mitarbeiter, fünf Rettungswachen, 12 Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge und vier Schnelleinsatzgruppen. „Ich bin mit Leib und Seele Malteser – weil der Laden einfach stimmt.“ Stellt sich die Frage:  Muss ein guter Rettungsdienst katholisch sein?  „Muss nicht, aber es schadet auch nicht. Ein christlicher Rettungsdienst kann dem Patienten etwas mehr geben – Nähe oder auch das gemeinsame Gebet in der für ihn richtigen Situation. Den fachlich exzellenten und zugewandten Rettungsdienst bekommt er ja ohnehin von uns. Und wenn er das nicht möchte,  schicken wir trotzdem manchmal  im Stillen ein kurzes Stoßgebet für ihn nach oben.“

Derzeit leitet Oliver Peters zudem kommissarisch den Rettungsdienst in der gesamten Malteser Region Nord-Ost: Acht Bundesländer von Sachsen bis Niedersachsen,  „wer den Förderalismus im Rettungswesen kennt, weiß was das heißt“, kommentiert Oliver Peters, „nämlich mindestens so viele verschiedene Landesrettungsgesetze!“ Zweierlei lässt sich Oliver Peters trotz der vielen Arbeit nicht nehmen: „Zeit mit der Familie – und jede Woche mindestens einmal noch selbst im Rettungsdienst mitzufahren.“

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