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Malteser Rettungsdienst

"Wissen heißt handeln können"

Ralf Bischoni weiß, was Rettungskräfte können und wie sie es lernen sollten. Der Leiter der Malteser Schulen in Aachen (mit Außenstandort Krefeld) und Euskirchen hat mehrere Fachbücher zur Notfallmedizin mitverfasst und ist Gründungsmitglied des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD), des Kurssystems Pre Hospital Trauma Life Support (PHTLS) und des German Resuscitation Council (GRC). Außerdem ist er als Ausbilder  und Koordinator für diverse internationale Kurssysteme tätig.

Die Malteser sind nicht nur ein großer Arbeitgeber, sondern auch ein großer Ausbildungsträger im Rettungsdienst – immerhin betreiben sie Schulen an sechs Standorten.

Wir haben sogar noch mehr Schulstandorte: Es gibt sechs staatlich anerkannte Malteser Rettungsdienstschulen, von denen einige zwei oder drei Außenstellen haben. Hier bieten wir die ganze Bandbreite der rettungsfachlichen Ausbildung: den Notfallsanitäter, aber auch den Rettungssanitäter und den Rettungshelfer. Unsere Kollegen können von der Pike auf bis zum Wachleiter alle Ausbildungen beim selben Träger durchlaufen. Dass wir selbst ausbilden, lässt die Malteser als Arbeitgeber besonders aufgeschlossen sein für Fort- und Weiterbildungen. Diese Chance nehmen viele Kollegen auch gerne wahr. 

Gibt es auch inhaltliche Vorteile?

Die Malteser kennen beide Seiten und können beide gut aufeinander abstimmen. Vieles ist zwar durch die Rahmenlehrpläne der Länder vorgegeben, was ja auch gut ist. Aber es gibt durchaus typische Malteser-Inhalte, die alle Auszubildenden an allen Schulen lernen, und Angebote wie die spirituelle „Auszeit für Retter“.

Wie bekommen Sie denn mit, für welchen konkreten Bedarf der Wachen sie schulen sollen? 

Nur durch enge Kontakte und Verzahnung. Diese fällt leichter, wenn die Wege kurz sind und alles unter einem Dach passiert. Unsere Praxisbegleiter der Schulen besuchen regelmäßig die Lehrrettungswachen und die verantwortlichen Praxisanleiter und Lehrrettungsassistenten der Rettungswachen kommen regelmäßig in die Schulen. 

Was macht das „System Malteser“ besonders?

Wir sind eben nicht die Schulen eines Kreis- oder Landesverbandes, sondern die Schulen „der Malteser“. Wir haben einheitliche Curricula, teilen dieselben pädagogischen Ansätze und stimmen auch die Ausrichtung der Schulen untereinander und im Verband eng ab. Deshalb können wir zum Beispiel unsere Aus- und Fortbildungsangebote bundesweit gemeinsam ausschreiben. 

Als Lehrer denke ich natürlich auch, dass Lehrer im Klassenraum den Unterschied machen. Unsere Dozenten sind gestandene, hochqualifizierte Fachleute mit Einsatz- und pädagogischer Erfahrung. Hier kann so ein großer Verband wie die Malteser eben aus dem Vollen schöpfen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Lehrkräfte selbst noch operativ im Rettungsdienst aktiv im Dienst sind und rausfahren. Diese Bodenhaftung halte ich für sehr wichtig – schließlich geht es vor allem darum, Profis im Handeln auszubilden! Retten ist Handwerk, keinen Kunst. So sehr wir die Akademisierungstendenzen begrüßen. Im Wesentlich und für das Gros geht es darum, einen Beruf gut zu erlernen und optimal ausüben zu können.

Wer im Rettungsdienst arbeitet, muss sich ständig fort- und weiterbilden. Was haben die Malteser hier erfahrenen Rettern anzubieten?

Eigentlich fast alles, was Retter heute brauchen: einerseits fachliche Aufbauschulungen wie ERC-, PHTLS, ITLS- und AMLS-Kurse, auf der anderen Seite Weiterbildungen für diejenigen, die als Praxisanleiter, Medizinprodukte-Beauftragter oder Desinfektor den nächsten beruflichen Schritt gehen wollen, oder die es als Wachleiter in eine Führungsposition zieht. Kein anderer Anbieter bietet an allen Schulen das ganze Spektrum an international zertifizierten Kursen an. Das wiederum hat zur Folge, dass man in unseren Reihen auch besonders viele nach diesen evidenzbasierten Standards ausgebildete Rettungskräfte findet. Eine weitere positive Wechselwirkung ist, dass die Malteser Fort- und Weiterbildungen oft fördern, weil sie sie selbst durchführen und wichtig finden.

Was macht eine gelungene Fort- und Weiterbildung aus? 

Das große Ziel von Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln. Am besten sind die Schulungen, die in wertschätzender und positiver Atmosphäre die Handlungskompetenz fördern. Handeln können braucht dabei fachliches Wissen, aber auch soziale Kompetenzen. Das bedeutet zu allererst und immer wieder, so respektvoll wie nur irgend möglich mit den Patienten und mit den Kollegen umgehen. Das ist leichter gesagt als getan – aber nur weil man es so oft hört, ist es ja nicht weniger wichtig. Ich bin seit 20 Jahren in der Ausbildung tätig. Am meisten freue ich mich, wenn Teilnehmer mir die Rückmeldung geben, dass sie nicht nur fachlich viel gelernt haben, sondern auch etwas von unserem christlichen Geist mitnehmen. „Nähe“ ist nicht unbedingt als „Thema“ der Fortbildung, aber als Bezugsrahmen, immer präsent. Niemand muss Sorge haben, dass wir christliche Werte predigen; aber man darf darauf vertrauen, dass wir sie vorzuleben versuchen.

Und welche Malteser Schule ist nun die beste?

Alle selbstverständlich, weil alle auf hohem Niveau ausbilden. Wir stimmen uns ab, wie wir neue Leitlinien zur Reanimation schulen oder welche Lehr- und Lernmaterialien wir nutzen. Zum Beispiel stellen wir jetzt überall dort, wo wir die Vollausbildung zum Notfallsanitäter anbieten oder bald haben werden, iPads und Lizenzen für Fachliteratur für die Schüler. Hier sind wir auf dem neuesten Stand und bleiben gemeinsam innovativ und bleiben gemeinsam innovativ.

Weitere Informationen

Anmeldeplattform Malteser Kurse

Unser umfangreiches Kursangebot finden Sie unter https://bildung.malteser.de