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Malteser Rettungsdienst

Der Anstoß aus dem Harz

Das erste bundesweite Malteser Rettungsdienst-Symposium führte nach Bad Lauterberg

Bad Lauterberg ist eine alte Bergbaustadt im Harz. Ein guter Ort also, um Tiefenbohrungen anzustellen und nach dem zu suchen, was Menschen antreibt. „retten – führen – motivieren“ war denn auch das Motto des ersten bundesweiten Malteser Rettungsdienst-Symposiums, zu dem am Dienstag und Mittwoch, 23. und 24. Januar, rund 190 Leiterinnen und Leiter von Malteser-Rettungswachen aus ganz Deutschland nach Bad Lauterberg kamen, das auf dem Gebiet der Diözesangliederung Hildesheim liegt. Die war mit einer siebenköpfigen Truppe vertreten.

Keine Motivation der Mitarbeiter bei Unlust der Führungskräfte. Malteser-Bundesgeschäftsführer Cornelius Freiherr von Fürstenberg war daher eigens aus Köln angereist, um den versammelten Rettungswachenleitern Dank zu sagen für ihre Arbeit. „Sie haben einen anspruchsvollen Beruf, der fordert, aber auch belastet“, so der Bundesgeschäftsführer. „Wir brauchen gute Wachenleiter wie Sie! Sie sind unsere Chance!“

Das Thema Motivation zog sich denn auch wie ein roter Faden durch die beiden Tage und wurde von verschiedenen Referenten aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Über „Arbeitgeberattraktivität im Rettungsdienst“ machten sich Michael Schäfers und Oliver Pennings Gedanken und baten die Teilnehmer, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Die Probleme nämlich sind bekannt: Der Bedarf an qualifizierten Rettern steigt, zugleich sinkt das Angebot an guten Arbeitskräften. Wie groß dieses Problem tatsächlich ist, soll die Umfrage klären.

Einer der größten Motivationskiller ist der Umgang mit Fehlern. Der weit verbreiteten „blame culture“, die Fehlverhalten an den Pranger stellt und sanktioniert, stellte Prof. Dr. Reinhard Strametz einen Denkansatz gegenüber, der Fehler als Chance zum Lernen begreift. Menschen machen nun einmal Fehler und das Wesen des Menschen kann man nicht ändern, wohl aber die Bedingungen, unter denen sie arbeiten. Das hat schon der Wissenschaftler James Reason erkannt, auf den sich Strametz mehrfach bezog. Strametz, Wirtschaftswissenschaftler und Mediziner mit Rettungsdienst-Erfahrung, plädiert daher für eine Arbeitskultur, in der Mitarbeiter Fehler zugeben und andere daraus lernen können. Ganz ohne Sanktionen wird es aber wohl auch dann nicht gehen, glaubt Strametz: „Bei bewussten Verstößen darf es keine Toleranz geben.“

Wenn dann noch Humor mit ins Spiel kommt, ist die gute Stimmung im Team kaum zu verhindern, wie Felix Gaudo in einer Mischung aus Vortrag und Standup-Comedy bewies. Für den erfahrenen Redner und Comedian ist Humor als „Kunst der heiteren Gelassenheit“ eine Schlüsselkompetenz des Führens und ein gutes Mittel gegen Stress. Und wo der Stress sinkt, steigt das Mitgefühl – gute Aussichten für Rettungskräfte.

Die Mischung aus Vorträgen und Workshops in angenehmer Arbeitsatmosphäre kam bei den Teilnehmern gut an. In seinem Schlussstatement stellte Bundesgeschäftsführer von Fürstenberg daher in Aussicht, dieses Rettungsdienst-Symposium in zwei Jahren zu wiederholen.

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